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Wolfgang Geiger / Henning Melber (Hrsg.)
Kritik des deutschen Kolonialismus
Postkoloniale Sicht auf Erinnerung und Geschichtsvermittlung
Mit Beiträgen von Israel Kaunatjike, Albert Gouaffo, Richard Tsogang Fossi, Dotsé Yigbe, Yann LeGall, Mnyaka Sururu Mboro, Hermann Mückler, Henning Melber, Wolfgang Geiger, Dörte Lerp, Susann Lewerenz, Frank Schweppenstette
1. Auflage 2021
196 S., 15,5 x 23,5 cm, Pb.
24,90 €
ISBN 9783955583071

Lieferbar

Das Buch liefert Informationen, Analysen und Impulse, die in anschaulicher und fundierter Weise Kenntnisse und Anregungen vermitteln, die zur intensiveren Beschäftigung mit dem deutschen Kolonialismus motivieren und befähigen. Der Band bietet Anregungen und Handreichungen zur Sensibilisierung für eine angemessenere Befassung mit dem Kolonialismus und seinen Folgen im Denken und Handeln für den Schulunterricht und der Darstellung im öffentlichen Raum. Beitragende sind neben Wolfgang Geiger und Henning Melber: Albert Gouaffo, Israel Kaunatjike, Yann LeGal, Dörte Lerp, Susann Lewerenz, Mnyaka Sururu Mboro, Hermann Mückler, Frank Schweppenstette, Richard Tsogang Fossi und Dotsé Yigbe.


»Wer sich intensiver mit der Geschichtsvermittlung befassen will, dem liefert der von Wolfgang Geiger und Henning Melber herausgegeben Sammelband Kritik des deutschen Kolonialismus substanzielle Erkenntnisse. Dort werden sehr genau Wahrnehmung und Folgen des Kolonialismus in den vier afrikanischen Territorien, Südsee und Kiautschou untersucht und durch die Einbindung afrikanischer Autoren auch die lokalen Sichtweisen dokumentiert. Der zweite Teil analysiert Afrikabilder und die Darstellung des Kolonialismus im Deutschen Museum und in aktuellen Schulbüchern.«

(Stefan Hauck, Börsenblatt)

 

»Diese Veröffentlichung ist eine lesenswerte Neuerscheinung zu den bereits erschienenen Publikationen zu Namibia. Sie kann sicherlich dazu beitragen, die gewachsene Aufmerksamkeit an Erinnerungen und deren Interpretationen am Leben zu erhalten.«

(Theresa Endres, africa-live.de)

 

»Der bei Brandes & Apsel erschienene Band referiert (...) in großem Detail dargelegte und vor allem notwendige Positionen: auch von denen, die in der bisherigen Historiographie (zu) oft nicht zu Wort kommen. Am Ende ist die Kritik keine fundamentale, sondern eine ausgesprochen umsichtige, die auch jüngere Entwicklungen in deutschen postkolonialen Vermittlungskontexten – Museen und vor allem Schulen – in den Blick nimmt. Diese Sichtung ist ein Grund- und Meilenstein (...).«

(Bruno Arich-Gerz, textem.de)

 

Zu den Verbrechen der Kolonialmächte und zu der Frage, ob die Verantwortung für den Völkermord verjährt, äußert sich Henning Melber im Podcast WORTWECHSEL, Beitrag vom 18.06.2021, auf deutschlandfunkkultur.de:

Der deutsch-namibische Politologe Henning Melber wertet das Abkommen als Beleidigung, die vorgesehene Zahlung sei in ihrer Höhe eine »Peinlichkeit«. Historisches Unrecht lasse sich nie in Geld aufwiegen, kein einziges Menschenleben. Aber das Zeichen für Reue, Sühne und Entschuldigung müsse materielle Konsequenzen haben. Er könne keine Summe festlegen, sagt Melber. Aber die nun im Abkommen zugesagten 1,1 Milliarden Euro in 30 Jahren seien genau das, was Deutschland in den letzten 30 Jahren an Entwicklungshilfe nach Namibia überwiesen habe. In Relation zu milliardenschweren Infrastrukturprojekten wie dem Berliner Flughafen sei das zu wenig. Bundesaußenminister Maas habe sie eine finanzielle »Geste« genannt. In Verbindung mit dem Eingeständnis des Völkermords sei aber genau das eine Beleidigung, so der Wissenschaftler vom Nordic Africa Institute in Uppsala. (...)

Henning Melber betont: »Wir reden über koloniale Vergangenheit. In Namibia ist dies nicht Geschichte. In Namibia ist der Kolonialismus Gegenwart. Er zeigt sich täglich, wenn die Menschen an eingezäunten Farmen in weißem Besitz vorbeikommen.«  (...)

Und wie steht es um den Zusammenhang zwischen Rassismus und Kolonialismus? Die »koloniale Amnesie« sei in der deutschen Gesellschaft immer noch präsent, sagt der deutsch-namibische Politologe Melber. »Wir sind weiter geprägt vom kolonialen Blick.«
 

 

 
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